Nachhaltigkeit wirkt – aber nicht so, wie viele Marken denken - Prof. Dr. Ute Rademacher | Colibri Research
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00:00:06: Willkommen bei einer neuen Episode von Markenkraft.
00:00:09: Für alle, die von Marken fasziniert und für ihr Wohlergehen verantwortlich sind!
00:00:22: Wenn man Konsumenten fragt ob ihnen Nachhaltigkeit wichtig ist sagen – achtzig Prozent ja natürlich.
00:00:30: wenn man dann schaut was sie an der Kasse tatsächlich kaufen bleiben davon vielleicht zwanzig Prozent übrig.
00:00:37: Psychologen nennen das den Attitude Behavior Gap.
00:00:40: Praktika nennen es frustrierend Und Marketingabteilungen ziehen daraus zunehmend den Schluss.
00:00:46: Nachhaltigkeit, das lohnt sich doch nicht.
00:00:49: weg damit!
00:00:50: Die Purpose-Welle die rollt gerade wieder etwas zurück.
00:00:54: Unilever korrigiert und in Meetings hört man immer öfter Lassen wir es einfach mal weg.
00:00:59: Aber ist Nachhaltigkeits wirklich abgemeldet?
00:01:02: Oder haben wie sie nur falsch eingesetzt mit den falschen Botschaften für die falsche Zielgruppe gemessen mit den Falschmethoden oder eventuell auch mit den falschen Zielen?
00:01:11: Mein Name ist Olaf Hartmann und ich spreche heute über dieses spannende Thema mit Professor Dr.
00:01:16: Ute Rademacher, Ute ist promovierte Kommunikationspsychologin und Professorin für Wirtschafts- und Medienpsychologie an der Hochschule Emden leer – mit dem Schwerpunkt Markt Konsumenten und nachhaltige Konsumentensychologie.
00:01:30: Aber Ute is nicht nur Forscherin!
00:01:31: Sie hat am Sinus-Institut qualitative Marktforschung von der PICA auf gelernt, über zwanzig Jahre internationale Strategie und Marketingberatung gemacht.
00:01:40: Unter anderem mit ihrer eigenen auf Green Marketing spezialisierten Agentur Colibri Research in Hamburg.
00:01:46: Und sie hatte einen Buch geschrieben – leichter führen und besser entscheiden.
00:01:49: Psychologie für Manager!
00:01:50: Sie kennt also beide Seiten die Forschung und die Praxis.
00:01:54: und genau der Brückenbau für den Markenkraft steht.
00:01:57: Und es bringt heute eine unbequeme aber wichtige Perspektive mit Nachhaltigkeit macht eine Marke nicht automatisch stärker.
00:02:05: Aber es gibt sechzig bis achtzig Prozent der Konsumenten, bei denen das Thema sehr wohl eine Rolle spielt wenn man es richtig spielt!
00:02:12: Die Frage ist nur was heißt richtig?
00:02:15: Herzlich willkommen beim Markenkraft Ute schön dass du da bist.
00:02:18: Ja vielen herzlichen Dank für die Einladung
00:02:20: Olaf.
00:02:22: Mich interessiert dieses Thema schon seit langen.
00:02:25: auch ich habe es intensiv beobachtet und obwohl wie ich in der Anmoderation gerade gesagt hab so teilweise der Eindruck entsteht, jetzt addt das alles ab.
00:02:33: Habe ich das Gefühl dass es fast noch wichtiger ist jetzt mal genau hinzuschauen was das eigentlich treibt.
00:02:39: und aber bevor wir das tun und das Thema ist tief genug als erst einmal über dich ein bisschen wo kommst du her?
00:02:45: Und wie bist du das erste Mal mit dem Thema Marke bewusst in Berührung gekommen?
00:02:52: Also zu meinem Werdegang, es ist immer eine spannende Frage.
00:02:54: Weil ich bin tatsächlich in Essen geboren und den dann öfter umgezogen oder man kann auch sagen zu Anfang.
00:03:01: Ich wurde umgezogen mit von meiner Familie weil mein Vater schlichtweg bei der Bundeswehr gewesen ist Und damals war das ja noch so dass man alle paar Jahre versetzt worden ist.
00:03:11: deswegen habe ich gar nicht so eine richtige Ortsidentität.
00:03:16: Ich lebe jetzt seit über zwanzig Jahren in Hamburg, das würde ich schon sagen ist jetzt mein gefühltes Zuhause und ansonsten fühle ich mich vor allen Dingen als Europäerin also eher so kulturell definiert.
00:03:28: ja und das Thema Marke.
00:03:31: Ich glaube, es wurde auch schon damals zu Jugendzeiten vor allen Dingen so relevant.
00:03:37: Welche Jeans man dann trug und welche Magen wichtig waren oder nicht?
00:03:42: Und ich erinnere mich aber noch an eine Marke besonders die mir auch heute noch gut gefällt, auch wenn ich sie weniger trage und das ist Kickers.
00:03:51: Kickers!
00:03:52: Ich weiß nicht ob du dich noch
00:03:53: an Kickers... Wir sind ja aber die gleiche Generation.
00:03:55: natürlich kenne ich Kickers.
00:03:57: Ja
00:03:58: also Kickers finde ich wunderschön, weil die wurden ja mal sehr treffenbezeichnet als Kinderschuhe für Erwachsene.
00:04:03: Ja
00:04:04: und also die waren auch wirklich stark?
00:04:07: Ich weiß gar nicht was aus der Marke geworden ist.
00:04:09: Sind sie heute noch präsent?
00:04:11: Gibt es noch!
00:04:12: Ich habe mir tatsächlich vor zwei Jahren nochmal ein paar Kickers gekauft.
00:04:16: Die stehen jetzt aber mehr zum Anschauen und bewundern im Regal als dass ich sie wirklich trage Und ich fand das damals, also zum einen natürlich war die Frage, wer trägt die?
00:04:27: Wenn so die coolen Mädels in der Klasse die tragen, dann war das schon mal ein gewisser Hingucker.
00:04:34: Aber die konnte man auch so gut unterscheiden weil sie hatten unten im Absatz, hatten hier so'n Loch und in dem einen Loch war eine rote Farbe Und das konnte man von Anfang an schon so gut differenzieren und daran die Schuhe auch erkennen.
00:04:49: Ich glaube, dass war schon nicht unwichtig.
00:04:51: Ein
00:04:51: distinctive Brand-Acid.
00:04:53: Ja!
00:04:54: Wenn du über den Schnee gelaufen bist, hast du quasi immer so die Häufchen vom Schnee gesehen?
00:04:58: Weil da wo das Loch war dann halt der Schnee... Also das war wirklich schon...
00:05:02: Ja also ein Loch im Sinne von... Das war so'n Kanal oder?
00:05:05: Das war eine Ausbuchtung oder?
00:05:07: Ja genau.
00:05:07: Das war kein Loch, sozusagen unten war es offen wie einen Brückenbogen.
00:05:12: Ja, so ein
00:05:14: bisschen.
00:05:14: Genau.
00:05:14: Ich erinnere mich.
00:05:16: Super!
00:05:17: Und jetzt hast du da gerade erzählt ... Die haste dir aus Nostalgie scheinbar gekauft?
00:05:22: Die habe ich mir auf jeden Fall aus Nostergie gekauft.
00:05:24: ja richtig.
00:05:25: Das
00:05:25: ist aber das Marke auch Nostalgien starker psychologischer Treiber ist und der glaube ich auch in Zeiten wo die Unsicherheit zunimmt.
00:05:33: es glaube ich Nostalgia für Marken nicht unwichtig zu schauen.
00:05:37: was für gute Gefühle man bei Menschen die eine Historie mit der Marke haben die wieder anzusprechen.
00:05:45: Klar, und das ist dann natürlich für Leute in bestimmten Alterrelevanten vielleicht im Marketing guckt man ja gerne immer eher auf die Jüngeren.
00:05:53: das noch mal ein Thema für sich weil die Kaufkraft ist ja eigentlich eher mit unseren Generationen.
00:06:00: Aber dass Magen ganz wichtig von Emotionen angetrieben werden, war ja damals auch schon so.
00:06:05: Ich hab die mir ja nicht gekauft weil den Routen und grünen Punkt irgendwie im Absatz hatten sondern das war nur als Erkennungszeichen und die waren halt einfach hip.
00:06:14: Ja
00:06:14: man bediente die Bedürfnisse wenn man wollte dazugehören um die Peer Group was tragen die?
00:06:21: Und das ist ja gerade in der Zeit wo man seine eigene Identität aus.
00:06:25: Ich bildet der wichtigste Treiber.
00:06:27: Erinnerst du dich denn, also dann hast du auch damals schon diese Entscheidung bewusst getroffen?
00:06:31: Ganz ehrlich noch eine Kaufentscheidung aus der damaligen Zeit.
00:06:34: erinnerst du oder sagst da hast du das erst mal etwas gekauft wurde?
00:06:37: Das war zwar funktional ähnlich wie das was sonst noch angeboten wurde aber ich wollte unbedingt das haben!
00:06:42: Also vielleicht eher umgekehrt.
00:06:44: es waren natürlich bei Jeans auch extrem wichtig in den bei uns damals in der Schule welche Marke es war Und wir haben noch bei C und A eingekauft.
00:06:54: Das war nicht so cool, insbesondere bei Jeans.
00:07:00: Ja, jingler ganz schlimm.
00:07:04: Immerhin habe ich mir dann eine Rifle gekauft Aber bei den Wrangler, liebe ich, bin ich leider nie angekommen.
00:07:12: Da habe mein Taschengeld nicht dafür
00:07:13: gereicht.".
00:07:13: Und die Eltern waren nicht bereit?
00:07:15: Das ist hart!
00:07:19: Dann hast du Psychologie studiert und Wirtschaftspsychologie gab es aber damals noch gar nicht.
00:07:25: Richtig, also ich hab in Mannheim gelebt und bin da dann an die Uni gegangen.
00:07:31: Und ehrlich gesagt wusste ich gar nicht so genau was ich jetzt wirklich studieren will weil man Psychologie auch noch nicht wie heute aus der Schule schon ein bisschen kannte.
00:07:40: Ich habe mir dieses dicken orangefarbenen Katalog mit dem ganzen Studienangebot geholt bei der Studienberatung vorne auf den Rasen gesetzt, da war damals noch Rasen und kein Parkplatz vorm Schloss wie jetzt.
00:07:56: Und habe mir das einfach alles angeguckt und markiert was mir gut gefällt.
00:08:01: Und dann bin ich relativ schnell bei der Psychologie gelandet.
00:08:04: Das war halt damals noch ein Diplomstudiengang Aber es gab in Mannheim, seines Zeichens tolle Business School halt damals schon auch im Hauptstudium die Möglichkeiten sich auf Markt- und Werbepsychologie oder Arbeits- und Organisationspsychologie zu fokussieren.
00:08:21: Und das habe ich dann gemacht und so bin ich zudem gekommen was heute so eine relativ nicht eigenständige Disziplin ist aber schon eine Diszipline die sich eben abgrenzt von anderen Bereichen der Psychologie.
00:08:32: Ja spannend!
00:08:33: Also da bin Vergabestelle für Studienplätze im Nachhinein.
00:08:37: sehr dankbar, dass sie mich nach Mannheim geschickt haben.
00:08:41: Ich wollte eigentlich in Heidelberg studieren aber das war für meinen Lebensweg doch wirklich ein guter Zufall sozusagen.
00:08:51: Heute ist glaube ich Wirtschaftspsychologie eine der beliebtesten Studienfecher überhaupt und alles ist durch Drungen von der Psychologie.
00:08:59: Du warst dann auch beim Sinus-Institut und warst noch im Ausland tätig.
00:09:03: Und dann bist du aber zurück in die Wissenschaft, also zurück an die Uni?
00:09:06: Was hat das motiviert oder warum hat dich das gereizt?
00:09:10: Also erst mal hatte ich ja so einen kleineren Ausflug in die angewandte Praxis nach meinem Studium und dann habe ich aber relativ schnell gemerkt, nee, ich möchte ganz gern noch einen oben draufsetzen und hab promoviert... Und danach war mir aber klar, nicht jetzt noch mal weitere Jahre in Abilitation stecken und ganz viel Forschen und Lehren und Gelder eintreiben über Drittmittel.
00:09:35: Das möchte ich jetzt mal nicht.
00:09:36: Ich möchte Projekte machen, wo man Schnellergebnisse sieht, die auch andere Menschen betreffen.
00:09:43: Deswegen bin ich dann eben in die Marktforschung gegangen.
00:09:46: Ich habe schon einen Großteil meines Studiums unter anderem mit Tätigkeiten für SINUS-Institut eben mitfinanziert Und dann war das relativ naheliegend, dass ich das eben auch mache.
00:09:58: Das habe ich viele Jahre gemacht.
00:10:01: Ich habe Tausende Gruppendiskussionen hinterm Einweggespiegel geführt und Interviews gemacht und sehr viel spannende Studien.
00:10:10: Auch international – das war eine tolle Erfahrung!
00:10:13: Und dann habe ich mir aber irgendwann gedacht, ja wie geht es denn jetzt weiter?
00:10:17: Also ich bin auch so ein Mensch der gerne immer noch mal was Neues lernt oder auch Sachen ändert.
00:10:24: Auch wenn sie gut funktionieren.
00:10:27: und da habe ich mich überlegt dass es mir immer sehr viel Spaß gemacht hat quasi Menschen auszubilden oder Leute die sich für Marktforschung und Psychologie interessieren zu trainieren.
00:10:38: Als ich in großen Instituten Research International gearbeitet habe, hat man es immer sehr viel Spaß gemacht.
00:10:44: und das geht nicht wenn man so ein kleines Institut hat weil da einfach nicht so viele Juniors sind.
00:10:49: und dementsprechend hab' ich gedacht naja das Gute an so einer Promotion ist dass man eben auch Professorin an einer Fachhochschule oder wie man ja heute sagt University of Applied Science also angewandte Wissenschaftsuniversitäten gehen kann.
00:11:04: Das habe ich erst so halbe Halbe gemacht, mit einem halben Deputat und nebenher noch meine Projekte für Colibri Research und die Gedankenfabrik.
00:11:13: Und dann habe ich aber gemerkt doch das ist der nächste folgerichtige Schritt für mich.
00:11:18: Wie toll!
00:11:19: Weil wer nichts weiß muss alles glauben und wir brauchen glaube ich gerade viel Wissen.
00:11:25: also ich weiß nicht ob das mitbekommt was.
00:11:26: Mark Ritzen hat ja mit Ipsos gerade diese Umfrage gemacht unter Marketing verantwortlichen und da waren zehn Fragen Und diese zehn Fragen, die waren wirklich nicht schwer.
00:11:36: Also was sind die vier P's war zum Beispiel eine Frage und es ist unfassbar.
00:11:42: Die Fragen teilweise haben nur thirty fünf Prozent der Befragten die Fragen richtig beantwortet.
00:11:48: Ja, das
00:11:50: ist wirklich Menschen in Verantwortung die müssen und es waren wirklich Marketing Basics und mentale Modelle entscheiden ja darüber auch wie ich Entscheidungen treffe.
00:11:59: Und wenn ich das falsche mentale modell im Kopf habe und nicht mal die Grundprinzipi.
00:12:03: also von daher toll dass du das machst und lass uns da nochmal ein bisschen tiefer bohren warum würdest du sagen das markenverantwortliche besonders eigentlich wirtschaftspsychologisches Wissen brauchen?
00:12:14: Was ist da deine Haltung?
00:12:17: Ich bin jetzt verantwortlicher in Unternehmen, betreffen uns im Aufzug und du hast halt hundertzwanzig Sekunden Zeit mir zu sagen warum ich eigentlich meine ganzen Manager jetzt mal im Marketing von Wirtschaftspsychologen ausbilden lassen sollte.
00:12:32: Naja, Marken sind ja nach der klassischen Definition von Esch Vorstellungsbilder in den Köpfen der Verbraucher und Verbraucherin mit dem Ziel sich im Wettbewerb zu differenzieren.
00:12:43: Und da ist die Psychologie natürlich die Wissenschaft, die zum einen Einblicke in die gedanklichen Prozesse von Menschen auch in ihre Bedürfnisstrukturen gibt.
00:12:51: Wir decken also beides ab, Koordination und
00:12:54: Emotion.".
00:12:55: Okay das war ein sehr klarer Pitch!
00:12:57: Super.
00:12:58: Was ist denn aus deiner Erfahrung der größte Blindefleck, was du so erlebst im Gespräch mit Markenmanagern oder auch Marketing verantwortlichen?
00:13:06: Also wenn du nur diesen einen Blinde fleck auf einen Schlag ausmerzen könntest, was wäre das?
00:13:12: Wo erlebst du am häufigsten?
00:13:14: Das ist eine schwierige Frage also bei den Marketingbegriffen weniger vor allen Dingen bei großen Unternehmen die ja auch ihre eigenen Markenführungsmodelle haben aber bei psychologischen wirklich so Grundannahmen.
00:13:29: Also oft denken Menschen, die nicht Psychologie studiert haben, dass wir Menschen so ganz rational und vernünftig und sachlich nach Kosten-Nutzenabwägung denken.
00:13:41: Und das tun wir ja in den seltensten Fällen.
00:13:44: Ich glaube, das ist häufig was, was entweder vergessen wird oder was es dann halt auch sehr schnell komplex macht.
00:13:53: Weil die Antwort in der Psychologie ist ja häufig kommt darauf an Wenn man fragt, ist es denn so oder so.
00:13:58: Und dann wird's halt komplex, ne?
00:14:00: Weil da gibt's halt noch fünf andere Einflussfaktoren und auch noch Situationen- und Persönlichkeitsmerkmale... ...und das erschlägt vielleicht manche.
00:14:09: Aber die Vorstellung, dass man Menschen etwas sagt ein Argument und deswegen machen sie dann alle... Das finde ich!
00:14:16: Also der Homo economicus, den erlebst du noch öfter in den Köpfen.
00:14:20: Ja, ja.
00:14:21: Der rational abwägende Mensch.
00:14:24: Ja, und das erklärt vielleicht auch ein bisschen so wie viel Wunschdenken hinter viel Marketing steckt.
00:14:32: Und da kommen wir vielleicht zu unserem Kernthema nämlich Nachhaltigkeit.
00:14:37: also es gab ja wirklich eine große Welle von Purpose als den großen Treiber von Markenkraft
00:14:44: ...
00:14:47: vermischten Bereichen mit Simon Sinek, wo es dann um das große Warum geht?
00:14:52: Warum Menschen sich überhaupt bewegen.
00:14:53: und Teil davon war eben ganz stark das Thema Nachhaltigkeit.
00:14:56: Und du stellst ja mit Kulibi Research auf deiner Website sogar diese ganz konkrete Frage wie kann Green Marketing in dem Fall also ein Aspekt von Nachhaltigkeits, den wir vielleicht auch nochmal kurz auseinander pflücken was Nachhaltigkeiten eigentlich ist?
00:15:11: Wie bist Du denn meine Frage geht aber eher noch in deine persönliche Richtung zu diesem Thema gekommen.
00:15:16: Also was hatte ich an Nachhaltigkeit so sehr fasziniert?
00:15:19: und im Green Marketing?
00:15:22: Also zweierlei, ich habe einerseits schon wirklich sehr früh bin ich auf das Thema gestoßen da war ich sogar noch Schülerin also noch vor dem Studium Und dann haben wir damals in Religionsunterricht uns beschäftigt mit den zehn Geboten die wir umformuliert haben für zehn Gebote die eben ein langfristiges gutes Leben auf unserem Planeten ermöglichen.
00:15:47: Und das war damals halt wahrscheinlich dann noch so, ne?
00:15:49: So die Öko-Richtung.
00:15:52: Dann kam ja auch die ersten Bioläden auf und dann wurde mit Jutesäcken rumgelaufen.
00:15:57: Das war vielleicht ein bisschen so'n Extrem... ...und es war als Thema wirklich schon präsent.
00:16:02: Das finde ich immer auch interessant wenn Studierende heute in ihrer Wahrnehmung den Eindruck haben, mit Fridays for Future wird das Thema erst auf die Agenda gesetzt.
00:16:13: Sag ich, nee, nee!
00:16:14: Nee, das war vor fünfzig Jahren auch schon da,
00:16:16: ne?!
00:16:17: Ist vielleicht ein bisschen frustrierend, aber ist so.
00:16:20: Und es geht halt einfach nicht weg.
00:16:22: und dadurch dass ich jetzt ein bisschen mit verfolge, welche Fragen dringlich sind im Marketing?
00:16:31: Welche Entwicklungen es gibt wollte halt mir auch ein Herzensthema raussuchen, was wirklich so meinen Werten entspricht.
00:16:40: Und ich finde in Marketing hat man sehr viele Möglichkeiten Sachen eben doch mitzugestalten und da finde ich es doch sehr sinnvoll im Rahmen seiner Möglichkeiten ist natürlich je nachdem für welche Marke und Unternehmen man arbeitet mal mehr oder mal weniger Doch diese Ziele zu unterstützen, die uns alle betreffen.
00:17:03: Auch wenn wir es vielleicht nicht jeden Tag so auf dem Schirm haben.
00:17:06: Aber es sind Themen, die unser Leben und das Leben von unseren Kindern und Kindeskindern wirklich maßgeblich prägt.
00:17:13: Und vielleicht ist es auch wirklich ein bisschen ... So eine Lebensentwicklungsgeschichte, es gibt ja auch Entwicklungspsychologische Ansätze die eben sagen wenn man so seinen Lebensweg erreicht hat.
00:17:25: Wenn man in seiner Karriere wichtige Ziele realisiert hat dann möchte man was selber auch weitergeben.
00:17:31: und ich bin jetzt auch einer Lehre an der Hochschule.
00:17:33: und was ich da weiter geben möchte ist halt das dass man mit dem Marketing nicht nur einfach Sachen verkaufen kann, ob die Leute es wollen oder nicht.
00:17:45: Vorstellungen herrschen ja auch manchmal noch bei Erstsemestern vielleicht.
00:17:49: Manipulation!
00:17:51: Sondern dass man's eben auch sinnvoll für erstrebenswerte Dinge einsetzen kann auf eine kreative Weise.
00:17:58: und ich finde das sehr schön dieses Bild, dass man die Erfahrung, die man gemacht hat da wirklich für was einsetzen höhere Werte sozusagen, dann eben auch mit unterstützen.
00:18:12: Also
00:18:12: für dich war es die nächste Stufe von Maslowschar der Maslowski Bedürfnis-Pyramide und da ist gesagt je!
00:18:18: Da pocht mein Herz her!
00:18:24: Dann lass uns noch mal jetzt in den Lehrmodus übergehen.
00:18:26: wir sind ja hier ein Bildungs-Podcast und deshalb pflücken wir als erstes mal den Begriff auseinander.
00:18:32: Nachhaltigkeit Frau Professor Rademacher.
00:18:34: was ist denn überhaupt Nachhaltigkeits?
00:18:37: Also Nachhaltigkeit ganz grundsätzlich ist aus der Vorstellung geboren, dass man selber sein Leben so leben möchte.
00:18:47: Dass die Menschen, die nach einem kommen vergleichbar gute Bedingungen haben.
00:18:53: Das kommt ja auch ganz klassisch aus dem Bund-Landbericht.
00:18:56: eine der ersten Definitionen auf den sich viele Leute berufen
00:18:59: und das finde ich... Grundlandbericht.
00:19:04: Ja, Grundland war glaube ich die Leiterin der Kommission, die das damals gemacht hat und ...
00:19:10: Wann gab es diesen Bericht?
00:19:11: Weil der Begriff sagt mir... Ich hatte immer gedacht, dass kommt aus der Forstwirtschaft.
00:19:14: War das nicht auch mit der Forstrutschaft verbunden nachhaltig?
00:19:16: Das waren noch viel früher, das war Carlo von Karlowitz.
00:19:19: Genau.
00:19:20: Also den geschichtlichen Rückblick wollte ich
00:19:23: jetzt ganz so
00:19:24: weit aufreiten!
00:19:25: Und dieser Bund-Land-Report, ja.
00:19:27: Grundland-Bericht genau.
00:19:28: So ganz genau.
00:19:31: Ich glaube so siebziger, achtziger Jahre lege ich jetzt hoffentlich nicht falsch.
00:19:35: Das war so Club of Rome.
00:19:38: Also Club Of Rome diese Zeit da kam...
00:19:43: Nach dem Club of Rome, das war ja wirklich so wissenschaftsgetrieben.
00:19:46: Und dann kam eine politische Dynamik rein und das war schon ein politischer Ausschuss der sich damit befasst hat wie das Leben weitergehen soll.
00:19:55: Da war diese Definition und die finde ich schon sehr psychologisch weil sie was mit Gerechtigkeit zu tun hat also so wie ich leben kann, weil ich einfach das Glück hatte zum bestimmten Jahr in einem bestimmten Land geboren worden zu sein.
00:20:07: Soll dass allen Menschen eigentlich auch möglich sein?
00:20:10: Und ein Zukunftsgedanke, also auch Generationsgerechtigkeit spielt damit rein.
00:20:16: Damit hat es natürlich eine ethische Qualität, dass man eben auch an die Generation nach uns denkt.
00:20:23: und das Ganze, was ich auch sehr hilfreich finde ist noch mal zu unterteilen, dass es nicht nur Klima ist.
00:20:29: Viele denken immer ... Oder Ökologie?
00:20:31: Das ist nicht nur Ökologie, sondern
00:20:33: andere Spektrums.
00:20:34: Ja, genau.
00:20:35: Das kann ich im Marketing verstehen, dass wir jetzt nicht bei allem den Bogen immer zu Natur und Umwelt nur schlagen möchte, aber es gehört ja auch eine ökonomische Nachhaltigkeit dahinter.
00:20:47: Also so ein grundsätzlich anderes Verständnis des Wirtschaftens und natürlich damit auch mit Marketing und soziale Komponente.
00:20:57: Das vergessen auch recht viele.
00:20:58: also sowas wie Geschlechtergerechtigkeit oder überhaupt weniger Ungerechtigkeiten zwischen Menschen, die hohes und niedriges Einkommen haben innerhalb eines Landes.
00:21:10: Aber eben auch auf dem Planeten zwischen dem globalen Norden und im globalen Süden.
00:21:15: das Frieden was uns glaube ich wir hatten jetzt gerade die Ostermärsche war es uns doch auch sehr stark beschäftigt, ist ein zentrales Ziel auch von der
00:21:26: Hand.
00:21:27: Für unsere Generation ist es glaube ich verrückt dass das jetzt wieder so akut wird.
00:21:32: also ich fahre bald mit meinem Bruder mal ein paar Tage nach Verdun um mir das nochmal anzuschauen einfach nur um das nochmal physisch zu erleben Was das eigentlich bedeutet?
00:21:41: Landkrieg in Europa.
00:21:43: Das können sich viele gar nicht mehr vorstellen, aber der Richtung wollen wir jetzt nicht gehen, aber es wäre halt noch mal fest ... Nachhaltigkeit hat drei Dimensionen, soziale, wirtschaftliche und ökologische.
00:21:53: Nachhaltigkeits- Und jetzt mal kritisch gefragt!
00:21:57: Es war ja auch lange richtig en vogue nachhaltig zu sein.
00:22:00: Und Green und ... Jetzt rudert Unidea zum Beispiel, die haben gesagt alle unsere Marken müssen ein Purpose haben.
00:22:06: Und jetzt rudern sie irgendwie alle wieder zurück.
00:22:10: Was hat aus deiner Sicht dazu geführt, dass diese Markendiskussion jetzt so an Momentum verloren hat?
00:22:17: Und noch ein Gedanken bevor wir die Frage... und zwar was du gerade beschrieben hast.
00:22:21: Eigentlich das was wir hier grade besprechen.
00:22:24: auch Marke ist eigentlich nach dieser Definition nachhaltig weil Marke auf langfristige Wirkung aus ist.
00:22:31: Das heißt nicht die kurzfristige Optimierung von Gewinnen sondern den Wert, also erst Wertherstellen für die Menschen damit sie in Zukunft Vertrauen zu uns haben.
00:22:40: Also die Gewinnung des öffentlichen Vertrauens als Prozess ist ja auch ein nachhaltiger Prozess.
00:22:45: Das sind wir so kurz als Gedanke!
00:22:47: Ja, man muss ein bisschen aufpassen weil nachhaltig im umgangssprachlichen häufig mit langen Anhalten gleichgesetzt wird.
00:22:54: Das meint ja schon ein bisschen mehr.
00:22:56: aber so wie du sagst für Marke als Vehikel um eben nicht nur kurzfristig jetzt schnell einen Impuls oder eine Bedürfnis zu befriedigen was das Produkt macht sondern darüber hinaus mit bestimmten Werten, Nutzenversprechen ist ja auch ein Wert.
00:23:12: Glaubwürdigkeit ist ganz wichtig.
00:23:14: so kann man das schon fassen dass die Marke an sich schon eigentlich ein nachhaltiges Konstrukt
00:23:19: ist und was auch eine wirtschaftliche Nachhaltigkeit erzeugt weil Marke am Ende ist der Erhalt oder die Erzeugung von Preis- und Kaufbereitschaft in der Zukunft.
00:23:27: so und damit können wir Arbeitsplätze sichern.
00:23:30: das heißt Marken sind auch Schutzwelle gegen Ja gegen schwierige ökonomische Situationen oder sonst werden schnell Arbeitsplätzen ab gebaut in Unternehmen, die sich gegen zum Beispiel jetzt auch schwierige wirtschaftliche Verhältnisse oder Plattformökonomien und so nicht durchsetzen können.
00:23:47: Und Marken bestehen danach also nachweislich besser.
00:23:50: Das heißt, insofern ist Markenarbeit auch eine Form von zumindest auf der ökonomischen Ebene von Nachhaltigkeit.
00:23:59: Genau dann zurück zu meiner Frage.
00:24:00: Was ist aus deiner Sicht?
00:24:02: Warum hat das so an Momentum verloren?
00:24:05: Ja, es ist wirklich eine gute Frage.
00:24:07: Also ich glaube da tragen mehrere Sachen dazu bei und wenn du schon Purpose ansprichst, ist ja noch mal was, was ... Noch weniger greifbar waren.
00:24:17: Wenn ich jetzt schon sage soziale ökologische-ökonomische Nachhaltigkeit gibt's auch ganz harte Key Performance Indikatoren wie den ökologistischen Fußabdruck oder so.
00:24:27: das kann man messbar machen.
00:24:29: Und ich finde bei Purpose wurde es noch ein bisschen transcendenter.
00:24:32: also eher die Absicht dass man mit allem was man als unternehmen und marke macht irgendwie eine form von, von sinn schaffen sollte.
00:24:41: und ich glaube das ist so ein bisschen.
00:24:45: Insohn weltverbesserung wischi waschi abgerutscht weil es einfach so einer mode war und man gemerkt hat wenn nicht dass irgendwie auf meine Unternehmenseite als Werteschreib, dann wirklich hip und cool.
00:25:00: Und dann wollen Leute bei mir arbeiten oder dann kriege ich auch vielleicht Investorengelder so ein bisschen wie es jetzt mit KI ist.
00:25:07: Überall wo man KI drauf schreibt, kriegt man dann auf einmal Aufmerksamkeit und Fördergelder
00:25:13: ungefähr.".
00:25:14: Also das war auch ein Hype!
00:25:15: Ja?
00:25:16: Nachhaltigkeit würde ich weniger als Hype sehen weil wir gesagt Club of Rome vor fünfzig Jahren ging's schon los.
00:25:21: Das hält sich einfach des Thema.
00:25:24: Und da glaube ich, dass wirklich zum einen Greenwashing sehr viel Glaubwürdigkeit zerstört hat.
00:25:31: Sodass von Konsumentenseite her viele das hinterfragen und Weils halt dann negativ Beispiele gibt, das so komplett vom Tisch wischen?
00:25:43: Ja also sagen ja weiß ich gar nicht ob das alles stimmt Dann lass es lieber gleich weil's halt auch oft mit einem höheren Preis einhergeht.
00:25:53: Und dann glaube ich, dass es auch so ein Übermaß an Nachhaltigkeitsbotschaften gewesen ist.
00:26:01: Die Leute einfach ein bisschen zermürbt haben.
00:26:04: und wir sind ja auch in Zeiten die auch ansonsten, man spricht ja von Stapelkrisen und eine Krise jagt den Nächsten eigentlich seit Corona da ist glaube ich auch Krisentoleranz von Menschen etwas aufgebraucht und vielleicht sind sie dadurch einfach so ein bisschen erschöpft in ihrem Betroffenheit davon oder in ihrem Commitment, was beizutragen.
00:26:28: Ich glaube es ist auch ein Zeichen für eine gesellschaftliche Überforderung.
00:26:32: Das finde ich einen sehr guten Punkt den du da gerade machst.
00:26:35: Und das erinnert mich an ein Buch von Richard David Precht.
00:26:38: der hat ein Buch geschrieben über seine Kindheit in Solingen.
00:26:41: Lenin kam nur bis Lütenscheid.
00:26:43: Und der erzählt darin, dass man keinen Abendessen in der Familie hinter sich bringen konnte, weil der Vater war überzeugter Kommunist und es gab ... Man konnte nichts essen ohne das eine globalpolitische kritische Diskussion zum Beispiel über eine Orange, über United Fruit und die Ausbeutung von United Fruit der Dritten Welt usw.
00:27:07: Jede Nahrungsaufnahme war mit Schuldbewusstsein verbunden.
00:27:11: Deswegen ist er
00:27:12: heute noch so schlank.
00:27:13: Ja, genau!
00:27:17: Auf jeden Fall was du gerade beschreibst ist so kollektiv dass man sich sozusagen bei jeder Wahl des Joghurt's, bei jedem Fruchteinkauf, Gemüseeinkauf sich sofort wieder schlecht fühlen muss.
00:27:28: das ist natürlich etwas was man langfristig nicht durchhält.
00:27:33: Und dann kommt mal hinzu, dass ja Selbstwirksamkeit ein ganz wichtiges Thema ist.
00:27:38: Also das ist ja ein psychologisches Konzept was einfach sagt auch als Persönlichkeitsmerkmal verstanden wenn ich eine hohe Selbstwirksamkeit habe hab' ich die Erfahrung gemacht.
00:27:47: also es ist ein Lernprozess, dass wenn ich etwas anders mache ein anderes Ergebnis rauskommt.
00:27:54: und wenn ich sehr häufig die Erfahrungen mache egal was ich tue es passiert immer entweder was Schlechtes oder es passiert gar nichts, dann habe ich eine niedrige Selbstwirksamkeit.
00:28:06: Das ist weder für die psychische Gesundheit hilfreich noch für Konsumentscheidungen, die dann meinem Wertesystem entsprechen.
00:28:15: Also da muss ja eine gewisse Kontingenz sein.
00:28:20: und wenn dann halt Greenwashing sehr häufig auftritt ... Und man merkt, ich mach mir schon Mühe.
00:28:27: Ich lese Sachen und gebe mehr Geld aus.
00:28:30: Dann
00:28:30: hört man den nächsten Skandal wieder, dann fühlt man sich da noch mal doppelt
00:28:35: betugt.
00:28:35: Jetzt hab' ich mich schon Mühen gegeben und jetzt sehe ich das diese Mühe auch noch umsonst war.
00:28:40: Bei denen auch
00:28:41: noch!
00:28:43: Wobei was ja auch eine Sichtweise sein kann.
00:28:46: Zum Beispiel, ich hatte auch den Georg Schweißvotier im Podcast der Gründer von Basic ist einer der ersten Bio-Supermarktketten.
00:28:54: Er hat also praktisch das Thema Bio-Sexi gemacht im Sinne von, es war eben nicht nur die selbstgestrickte Mütze und die schrumpelige Möhre sondern Bio ist Genuss.
00:29:03: Und damit war er ja sehr erfolgreich... ...ist dann aber unter Druck gekommen weil natürlich alle Supermärkte anfingen Riesenbiosortimente einzulisten was eigentlich ein Erfolg ist.
00:29:13: Das ist ja ein großer Erfolg dass das Bio mittlerweile in jedem Supermarkt einen ganz festen Platz hat in großen Umfang Und es ist ja nicht alles Greenwashing.
00:29:22: Also da sind ja auch viele seriöse Labels dabei, nur diese Verwirrung der Labels und da gibt's ja ein neues Gesetz dann auch gegen das finde ich auch gut in die... dass das auf europäischer Ebene ja auch angegangen wird.
00:29:37: Ja also genau!
00:29:38: Das erklärt das, dass es abschweicht aber nicht weg ist.
00:29:42: in dem Sinne und du arbeitest damit eine Modell was sich in der Anmoderation so bisschen schon hat anklingen lassen, dass du sagst es gibt so drei Gruppen eigentlich.
00:29:50: Wenn's um das Thema Erfolg oder wirtschaftliches Potenzial von Nachhaltigkeit also wenn ich meine Marke auflade mit nachhaltigkeitsversprechen.
00:29:57: wen spreche ich denn da eigentlich an?
00:29:59: Wen kann ich erreichen?
00:30:00: Wen könnte ich erreichen und was sind die Fallstricke dabei?
00:30:05: Ja ist jetzt nicht ein Modell was ich mit Colibri Research entwickelt habe.
00:30:09: aber es gibt mehrere Studien die darauf hinweisen unter anderem eben auch Das Buch, das Sechzig-Prozent-Potenzial geschrieben von der Johanna Gollenhofer und dem Jan Pechmann.
00:30:20: Die will man jetzt mal so mainstreammäßig für die gesamte Population in Deutschland, für alle Konsumentinnen und Konsumenten nimmt.
00:30:29: Da haben sie halt gesagt es gibt so ein ungeschöpftes Potential von sechzig Prozent.
00:30:34: Das sind Menschen, die Nachhaltigkeit oder vielleicht auch einzelnen Aspekten gegenüber sehr aufgeschlossen sind.
00:30:41: Aber das sind jetzt nicht so.
00:30:42: die Überzeugungstäter und Überzeugungs-Täterinnen, die wirklich dann nur im Bioladen einkaufen und immer ganz konsequent sind.
00:30:50: Die schätzen es so mit zwanzig Prozent ein und zwanzich Prozent auch.
00:30:54: von der Bevölkerung, die eigentlich nicht erreichbar sind für nachhaltige Produkte und Dienstleistungen.
00:31:00: Aber sechzig Prozent ist ja ganz schön viel?
00:31:01: Dass
00:31:02: es der Mittel baut, dann gibt's die Hardcore ganz oben, also wirklich bewusst Konsumentscheidungen permanent nach diesen Kriterienfällen.
00:31:09: Dann ist das gar nicht schlecht, achtzig Prozent des Marktes!
00:31:13: Und da gibts so ein Begriff von Soft Sustainability.
00:31:17: Was ist das?
00:31:18: Also wie wird's das fassen und welche Marken machen das eigentlich gut.
00:31:23: Nicht aggressiv, ich hab das so interpretiert nicht so aggressiv in your face.
00:31:27: Ich bin die Weltverbesserungsmarke Und deshalb kaufst du mich jetzt aus Sustainability Gründen sondern eher so eingebaut
00:31:36: Ja, also so eingebaut was ich immer ganz schön finde um jetzt nochmal aufs Marketing vielleicht auch zurückzukommen.
00:31:44: Ist wenn wirklich einem das als Benefit und auch als Differenzierungsmerkmal nicht so in the face ist?
00:31:51: Also Patagonia ist immer eine klassische Marke wo man dann sagt ja die sind da ganz konsequent und durch und durch Vorreiter und Innovatoren Die trifft es natürlich umso härter wenn irgendwas nicht stimmt.
00:32:03: Und dann gibt's Marken die das Ganze eben machen, aber so eher als sekundären Benefit.
00:32:10: Also die jetzt nicht sagen wir wollen die Welt retten und deswegen haben wir eine kleine Textilkooperative in Südamerika und daraus machen wir dann irgendwelche Kleidung sondern schon in den Vordergrund stellen Wir wollen schöne attraktive Kleidungen machen oder vielleicht sogar nicht nur Kleidungs-Sondern Mode Und gleichzeitig ist die noch nachhaltig und fair gehandelt, und die Jeans ohne Chemikalien wenig gefärbt.
00:32:39: Und so eine Marke, die ich da ganz gut finde ist Kuschel.
00:32:45: Ich weiß nicht ob du sie kennst?
00:32:46: Nee, aber mich lernen Sie gerne kennen und meine Hörer
00:32:49: auch kuscheln!
00:32:50: Ist auf jeden Fall schon mal ein kuscheliger Name.
00:32:52: Es sind kuschaliger Name, dass die machen Handtücher vor allen Dingen, Handtütcher waschlappen Bademendl... ...und ich habe die einmal kennengelernt in einem Hotel als ich auf Forschungsreise sozusagen war.
00:33:05: Und ich hab auch erst mal gemerkt, Mensch das ist ja ein tolles Handtuch.
00:33:08: Also fühlt sich gut an, ist so richtig fest aber trotzdem flauschig.
00:33:12: und dann habe ich mal aufs Etikett geguckt und da habe ich gesehen Kuschel kann ich auch gar nicht und da steht cozy by nature!
00:33:20: Das finde ich so ein schönes Bild weil Gesinn weich man kann die Qualität erfüllen Man hat direkt was wenn man sich damit abtrocknet dass man sich sowohl fühlt in seiner Haut Und das Ganze passiert, weil es eben mit natürlichen Materialien auch gemacht wird.
00:33:39: Das ist ein schönes Beispiel!
00:33:40: Das heißt erst den Kernmotivator... der Kategorie, um es mal so zu nennen oder des Bedürfnisses.
00:33:51: Weichheit, Saugkraft was ja auch immer schön ist an Hotelhandtüchern die sind auch immer so saugstark das ist toll meistens auch was ich immer in Erinnerung hatte dass es eine besondere Baumwolle ist eine ägyptische Baumwulle keine Ahnung genau.
00:34:04: und wenn man dann noch obendrauf bekommt und das Ganze wird nachhaltig hergestellt Dann ist es sozusagen so ein Differenzierender, worauf du gerade gesagt hast.
00:34:14: Dieser differenzierende Faktor der dann den Ausschlag geben kann entweder einen Preisprämium zu erzielen oder auch grundsätzlich einfach eine Präferenz zu erzählen.
00:34:24: Und
00:34:24: die sagen nicht Cozy plus Nature also wir sind ganz weich und haben da noch so zehn Prozent Biobaumwolle beigemischt.
00:34:32: das ist dann so ein bisschen eher schlechtes Gewissen.
00:34:36: Sondern die sagen ja cozy by nature.
00:34:38: Also wie du sagst, ne?
00:34:39: Die haben teilweise Arbeiten, die mit glaube ich Buchenholz fasern also statt Baumwolle weil Baumwollen auch sehr viel Wasser verbraucht in der Produktion und dann halt auch mit Biobaum Wolle.
00:34:53: hier haben eine Initiative für Kreislaufwirtschaft.
00:34:55: also man kann seine alten Handtücher da hinschicken Und bekommt dann bei der nächsten Bestellung das Anteilig vergütet und aus denen machen sie halt wieder.
00:35:05: Also auch recycelte Materialien, mit denen wieder Handtücher Waschlappen gemacht werden.
00:35:10: Das stimmt viel und das habe ich aber erst erfahren im Nachhinein.
00:35:15: Und das finde ich ganz charmant.
00:35:17: Ich glaube damit kann man diese sechzig Prozent eher erreichen, dass man einen spürbaren erlebbaren Benefit der für die Produktkategorie wichtig ist bedient und da besser ist weil man mit nachhaltigen Materialien auf eine andere Art und Weise produziert oder eben eine bessere Qualität auch liefern kann, weil man eben auch nachhaltigere Produktionsprozesse realisiert.
00:35:47: Ein Beispiel was ja auch immer genannt wird neben Patagonia ist dann in diesem Bereich Tony Chocolonely.
00:35:53: Wie blickst du auf diese Marke?
00:35:56: Ja, ich glaube nicht ganz unkritisch.
00:35:58: Die sind relativ schnell auch echt bekannt geworden.
00:36:01: Ich glaub die geben haben auch wirklich so kategorie regeln durchbrochen weil sie eben wieder ein bisschen spaß in die schokoladenwelt gebracht haben und insbesondere auch Spaß und genuss in die nachhaltigkeits welt.
00:36:16: Und trotzdem ja Glaube ich, dass man da auch noch einigen Punkten bei ihnen so'n bisschen was optimieren könnte.
00:36:25: Aber der Grundgedanke war ja so gegen das Böse in der Schokoladenindustrie, gegen Kinderarbeit und da haben sie ja sogar einen Loro, was immer diese Ketten sich zerbrochen werden auf dem Cover, haben aber sonst ganz viele Kategorie-Codes verändert.
00:36:42: also haben die sozusagen superbundet, was er gar nicht mit... Nachhaltigkeit zu tun.
00:36:47: Hast du dazu auch mal geforscht, welche Codes für nachhaltige Produkte wann funktionieren und wann sie nicht funktionieren?
00:36:55: Nee ich selber nicht.
00:36:56: aber ich interessiere mich auch sehr für sogenannte semiotische Analysen.
00:37:01: da verlassen wir so das Terrain der Psychologie und gehen in die Semiotik rein.
00:37:05: Das ist ja mehr eine Philosophische also pyrisch arbeitende Wissenschaft, in dem Sinne dass man jetzt keine Interviews mit Konsumentinnen und Konsumenten macht sondern selber mit seinem semiotischen Handwerkszeug und Theorien.
00:37:22: Sie einfach kurz analysiert.
00:37:24: Kurz definiert, kurz für die Hörer Semiotik...
00:37:27: Ist die Wissenschaft der Zeichen?
00:37:30: Also ich würde zum Beispiel bei dir hinten jetzt da hängt jetzt so ein schönes, darf ich das sagen?
00:37:34: Ja
00:37:34: klar!
00:37:35: Die riecht vor an meine Steuererklärung.
00:37:36: meinst du, dieses graue Papier mit... also lange die Zahlen nicht vorließen ist okay.
00:37:41: Was siehst du da?
00:37:42: Das Titelbild erbrannt eins und dann werden z.B.
00:37:45: die Farbcoats gelb-und schwarz schon mal ganz stark auch verbunden mit einem Smiley Also allein diese Farbkombination.
00:37:53: Und dann ist da so ein Smiley drauf, der aber so ein bisschen anders aussieht und das würde ich dann auch... Jetzt
00:37:59: er fließt so also für die Hörer und darunter ist wieso Fragezeichen?
00:38:03: Mir geht es doch gut!
00:38:05: Und mir geht's gut.
00:38:06: Da gehts um psychische Gesundheit und dieser Smiley ist noch als Smiley erkennbar, aber der sieht so ein bißchen creepy aus, ne?
00:38:12: Ja genau.
00:38:13: So ein bisschen
00:38:15: Klaukermäßig.
00:38:17: Und da kann man eben sich das Zeichen angucken und wenn man weiß, wie so ein Smiley sonst aussieht.
00:38:23: Nur dann versteht man die Bedeutung von psychischen Belastungen um psychischen Problemen und dass der Smiley vielleicht äußerlich noch smilet aber innerlich schon in Sicht zerfließt.
00:38:34: Solche Deutungen basierend auf dem Wissen über Zeichen Kultur um einen herum.
00:38:41: Das ist die Semiotik und diese Marketing inzwischen auch angekommen, in Frankreich und in England wesentlich stärker als in Deutschland.
00:38:50: aber es gibt wirklich auch Leute, die eigenständige Studien dazu machen insbesondere wenn's eben um Verpackungsdesign oder auch um Werbung und Kommunikation geht und da kann man dann schon auch so einiges rauslesen.
00:39:03: Und da hat Tony Schokoloni Da waren wir ja gerade wirklich viele Coats durchbrochen.
00:39:09: Und das ist natürlich fürs Marketing und eine Marke immer ne Chance auch nicht nur zu reagieren, sondern wirklich auch zu agieren und bestimmte Werte auch ganz indirekt in den Vordergrund zu bringen.
00:39:22: Das ist schon so eine positive Leistung dadurch auch.
00:39:26: Absolut!
00:39:26: Weil diese Distinktiveness an sich ein Wert ist.
00:39:29: Wir denken immer wir haben so ein stabiles Persönlichkeitsbild.
00:39:32: In Wirklichkeit beobachten wir uns ja selber auch permanent.
00:39:36: Wenn irgendwas unserer Aufmerksamkeit zieht dann suchen wir danach eine Erklärung, warum unsere Aufmerksamkeit gezogen wurde.
00:39:44: Und dann generieren wir Gründe, warum das denn so sein muss?
00:39:49: Dann muss es auch besser sein!
00:39:50: Da gibt's ja auch interessante Studien zu Blickshakaden, dass durch Zufall erzeugte Häufungen von Fixationspunkten auf einem Gesicht oder auf einem Produkt später zu einer ganz starken Präferenz Verschiebung führt.
00:40:05: Also dann am Schluss wirklich eine halbe Sekunde längere Betrachtung, die Kaufverscheinigkeit um hundert Prozent steigert vorausgesetzt es gibt keine große Markenpräferens und vor allen Dingen die Leute am besten unter Druck entscheiden was ja der Normalfall ist wenn man keine Zeit hat.
00:40:20: also so wo man diese intuitiven Prozesse mal denkt oh da habe ich länger hingeschaut das muss auch besser sein.
00:40:25: okay dann nehme ich das jetzt mit.
00:40:27: Oder man merkt gar nicht, dass man länger hingeschaut hat und findet es trotzdem einfach besser.
00:40:31: Das ist psychologisch natürlich noch mal interessanter für
00:40:34: mich.
00:40:35: Aber dann ist ja eigentlich so wie was gerade ... das ist ja Markenbildung an sich auch... Es ist ja ne Domitzlaff hat ja schon gesagt alles ordnet die Gestalt!
00:40:43: Und die Gestaltung hat viel mit Zeichen, die ich erkenne also Figur und Grund und was ich am Schluss an Zeichen wahrnehme Bedeutungszuschreibung führen und das ist ja am Schluss Marke auch.
00:40:59: Genau, was ich spannend finde an der Semiotik ist dass die eben beobachtet wie Sachen sich eben verändern.
00:41:05: Die Psychologie hat sehr häufig so allgemeingültige Gesetze, was du genannt hast mehr Exposure-Effekt.
00:41:12: allein wenn ich häufiger einem Reiz ausgesetzt bin außer wenn er negativ ist finde ich das automatisch sympathischer.
00:41:19: Das merke ich noch nicht mal aber einfach häufiger gesehen schon auch sieht irgendwie nett aus Und allgemeingültige Gesetze kommen halt da in ihre Grenzen, wo wir Veränderungen unterschätzen und Zeichen gerade auch durch die Werbung verändern sich sehr stark.
00:41:38: Und Werbung kann ja auch neue Codes mit ins Spiel bringen, die dann wiederum auf unsere Kultur sich auch auswirken.
00:41:46: Und diesen ganzen Veränderung das noch in so einen kulturellen sozialen Kontext reingesetzt zu analysieren finde ich setzt eben noch einen oben drauf und das ist wirklich dann eine sehr, sehr spannende Angelegenheit.
00:41:59: Was ja wenn ich so gerade unser Gespräch zur Rückverfolge mit Patagonia, wenn man sich mal das Patagonianlogo anguckt, dann ist die Semiotik der Farben und der Formen eigentlich überhaupt nicht nachhaltig?
00:42:12: Das ist relativ poppig auch von den Farben!
00:42:15: Das waren die Siebziger,
00:42:17: glaube ich.
00:42:17: Genau!
00:42:18: Aber jetzt durch die Statistik der Umwelt alles was wir gelernt haben in dieser Marke hat es einen sozialen Wert bekommen das ist tatsächlich Nachhaltigkeit symbolisiert.
00:42:29: und da sieht man dass man auch nicht pauschal sagen kann das eine ist sozusagen als Code nachhaltig und das andere nicht nachhaltige.
00:42:36: und wenn man zu sehr den Kategorie den Archetypen der Nachhaltigkeiten folgt dann verliert man diese Distinktiveness, die ein großer Wert für Marken ist.
00:42:46: Das heißt wir nehmen aus der Folge Corrigier oder Agenz schon mal eine Sache mit.
00:42:52: nur weil ich Nachhaltigkeit nutze als Marke heisst es nicht dass sich die archetypischen Nachhaltigkeiten Codes verwenden
00:43:00: muss Unbedingt, ne?
00:43:02: Also es gibt in der Semiotik auch die Unterscheidung von Coats.
00:43:06: Die sich gerade entwickeln.
00:43:07: Coats, die so grade vom Horizont verschwinden und Coates, die ein bisschen quasi avant-garde sind, die Nase vorne haben.
00:43:15: Vielleicht wird man sonst Early Adopter auch irgendwie sagen dazu.
00:43:19: Und wenn man einmal als Marke sowas geschaffen hat das dann auf Ewigkeiten unverändert beizubehalten... Dann rutscht man auch automatisch durch die Weiterentwicklung ein bisschen ins Abseits hinein.
00:43:31: Also da muss man natürlich auch Marketing betreiben, also alleine nachhaltig zu sein reicht nicht aus.
00:43:37: Man muss es auch in der angemessenen Art und Weise kommunizieren.
00:43:41: Und um nochmal zum Schokoladenbeispiel zu gucken dann auch die Kategorie sich angucken.
00:43:46: Da gibt's schon sehr gut semiotische Analysen.
00:43:49: Das hat ein niederländischer Kollege, der Rob Trent.
00:43:52: Der sich auch auf angewandte Symiotik spezialisiert hat gerade für Schokolade.
00:43:57: Ich glaube es hatte er auch auf linken in eine Zeit lang immer gepostet mal gemacht um dann eben zu sehen wer bricht die Codes der Schoko Kategorie?
00:44:04: Auf ne gute Art und Weise und wer eben eher nicht.
00:44:07: und wer brecht auch die Cods von Nachhaltigkeit auf ne gute art und Weise?
00:44:11: Und wer schafft's beides ganz gut und kreativ zusammenzubringen?
00:44:15: und da waren die schon relativ weit vorne weil sie eben Einerseits sich zum Beispiel gegen Kinderarbeit und Sklaverei stark machen, aber andererseits mit sehr fröhlichen Brunnen Willer-Kunterbund-Designs auftreten.
00:44:26: Sie
00:44:26: haben ja in allen also sowohl in der Größe der Packungen als auch in der Farbe der Packung als auch an der Unterteilung der Stücke die alle unregelmäßig sind und das viele Leute vielleicht gar nicht wahrnehmen... dass das eigentlich symbolisiert die ungleiche Verteilung der Wertschöpfung in der Schokoladen-Wirtschaft.
00:44:44: Aber trotzdem nehmen es alle als distinct wahr, also wenn man so eine Verpackung...wenn man so ne Schokolade rausholt und die ist so ungleich in drei Ecken romben vier ecken Quadraten genau unterteilt dann aktiviert das sozusagen den mentalen Code Toni Schokolonli.
00:45:04: Bisschen
00:45:04: schwierig zu essen,
00:45:05: muss ich sagen?
00:45:05: Ja, teilweise schon.
00:45:06: Teilweise sehr groß!
00:45:08: Aber sehr lecker und das ist zum Beispiel auch ein ganz wichtiger Punkt.
00:45:11: ohne Lecker zu sein schafft es die nachhaltigste Schokolade nicht.
00:45:15: Aber dann lass uns noch mal auf so eine Ebene kommen, wo wir... Wir haben also identifiziert die Sechzig Prozent sind total empfänglich dafür.
00:45:22: Aber nicht in your face hier ich bin nachhaltig deshalb kauf mich sozusagen.
00:45:25: Also wir zwingen die Leute moralisch dazu, mich zu kaufen weil wer besser ist.
00:45:30: Was ist denn so?
00:45:31: die größte Falle für Marken?
00:45:33: Die diese sechzig prozent ansprechen wollen was beobachtest du da wie man es nicht machen sollte?
00:45:38: und dann natürlich umgekehrt wie soll man's machen?
00:45:43: Ja, ich meine wie man es nicht machen sollte ist Greenwashing also einfach alles was noch nicht verboten ist.
00:45:48: Du hast ja schon angesprochen da gibt's jetzt auch Regulationen.
00:45:51: die finde ich eben auch wichtig dass wir jetzt nicht nur den Konsumenten und Konsument in alle Entscheidungen überlässt sondern eben auch gewisse Regulationsmechanismen auf gesellschaftlicher Ebene durchsetzt.
00:46:04: aber also wie man das nicht machen soll ist halt.
00:46:06: Oder Farben einfach ein grünes Logo, ein grünes Blättchen.
00:46:10: Ein selbst kreiertes Segel machen natürlich alles was nicht rechtlich geschützt ist und versuchen die positiven Seiten hervorzuheben oder was man auch nicht machen sollte Benefits kreieren, die aber nicht so eine richtige Relevanz haben.
00:46:26: Also wenn du auf dem Mineralwasser vegan drauf schreibst, weil keine tierischen Ärzte... Ja
00:46:31: ja, gutes Beispiel!
00:46:33: Ne super weiter.
00:46:34: Dann ist es kein Mehrwert sondern es stimmt zwar aber das ist nicht relevant, weil man von einem Wasser dann erwarten würde dass sie vielleicht einen Brunnenprojekt in Afrika mit unterstützen
00:46:45: oder nur weil's gut klingt.
00:46:47: ein Kunde aus dem Bankbereich hat mal den Slogan benutzt wir sehen nicht nur grün aus Das war auch eine Grüne Bank, das war ein Wortspiegel auf das Banklogo.
00:46:57: Aber wenn ich das dann nicht wirklich mit Substanz füllen kann, bewege ich mich rechtlich auf einen bald.
00:47:04: damals noch nicht aber jetzt auf einem justiziablen Grund weil man weckt einer Erwartung beim Konsumenten die einfach nicht stimmt.
00:47:12: ist es dann ne Mogelpackung?
00:47:14: also muss was passieren.
00:47:16: mal umgekehrt gefragt wann lohnt es sich denn aus deiner Sicht die Nachhaltigkeit wirklich zum Markenkern zu machen.
00:47:22: Also als ganz integral, stark kommunizierten Bestandteil der Markenidentität?
00:47:31: Also einerseits glaube ich dass es bestimmte Produktkategorien gibt, die dazu mehr einladen als andere.
00:47:38: also nicht umsonst zb.
00:47:40: wir haben ja schon über Patagonia gesprochen.
00:47:42: im deutschen Raum nutze ich als Benchmark Unternehmen auch oft VD oder als Marke.
00:47:49: Ich glaube, die sind nicht zufällig im Outdoors-Bereich tätig.
00:47:52: Wo es viel um Natur und Naturerleben, Wandern draußen sein, Fahrrad mit Elementen in Berührung sein sich trotzdem wohl fühlen, solchen Produkten zu tun haben.
00:48:03: Es gibt schon Produktkategorien oder Arten der Verwendung von bestimmten Produkten und Dienstleistungen, die dann per se nähere Verbindung zur Nachhaltigkeit anbieten, die ich dann als Unternehmen ... nutzen sollte.
00:48:23: Das andere ist sicherlich auch wenn du Marken und Unternehmen hast, die sehr stark von den Unternehmenswerten der Inhaber, also wir haben ja in Deutschland noch einen großen Mittelstand.
00:48:34: Also
00:48:34: der Herr Hip zum Beispiel?
00:48:36: Wie der Herr Hipp aber auch VD.
00:48:38: Ich glaub das ist auch schon mit davon geprägt, dass die Familie von Dewitz da wirklich eben auch Naturverbundenheit wichtig findet das mitzunehmen und zum Markenkern zu machen.
00:48:50: Und bei allen anderen, die das dann eher so vielleicht instrumentell nehmen würde ich sagen na ja wenn es gut funktioniert also wenn sie auch im Wettbewerbsumfeld die Nase vorne haben gute Produkte haben die tatsächlich auch nutzen haben die mit sozialer und oder ökonomischer und ökologischer Nachhaltigkeit zu tun haben dann könnte man's einfach auch schlicht weg ohne viel Herzblut strategisch verwenden, uns zu Markenkern zu
00:49:17: machen.
00:49:18: Ja eigentlich wo der Nutzen auch erhöht wird.
00:49:21: dadurch also wenn ich an Patagonia jetzt denke ist es ja auch warum kaufe ich mir so eine Jacke weil ich die schöne Natur erleben möchte und wenn wenn ich dann sozusagen in der Jacke eingebaut auch Initiativen mitkaufe die mir das ermöglichen dann ist es praktisch im Grundnutzen der Kategorie miteingebacken.
00:49:39: Dann was wir auch schon besprochen haben Lebensmittel.
00:49:43: Da hat der Georg auch gesagt, erst als der große Wachstumsschub kam.
00:49:47: Als man das vom Moralischen befreit hat und hat gesagt, ihr genießt einfach mehr.
00:49:51: Es schmeckt aber besser!
00:49:53: Und ist gesünder auf.
00:49:54: Genau, da sind wir ... Das ist doch ein guter Filter.
00:49:58: Wir haben am Anfang schon gesagt es gibt so diesen Mind-Behaviour-Gap.
00:50:04: Die Amerikaner sagen immer so schön don't look at the mouth, look at defeat.
00:50:08: also nicht das was gesagt wird sondern was die Leute tun.
00:50:12: Wie stellt man methodisch sauber fest, also ob Nachhaltigkeit in der eigene Kategorie eigentlich ein Kauftreiber ist oder werden kann?
00:50:21: Wie würdest du da als Marktforscherin drauf gucken.
00:50:24: Ja, also insgesamt bei Marktforschung ist das ja ein Riesenthema.
00:50:28: Also ob jetzt Attitude- oder Intentionbehavior-Gobbe ergibt.
00:50:32: Ich sage immer Leute sagen nicht was sie tun und sie tun nicht was die sagen.
00:50:37: Aber dazwischen ist die Psychologie!
00:50:38: Und wir können dann erklären Wo die Diskrepanzen herkommen und teilweise kann man einfach auch sagen, dass die Messmethoden schon nicht geeignet sind.
00:50:50: Also man hat in Studien festgestellt je spezifischer sich die Messung von entweder der Einstellung also Attitude oder Intention wirklich die Absicht zum Beispiel was zu nutzen oder zu kaufen.
00:51:04: Die Spezifische sich meine Messungen schon darauf bezieht Desto höher ist die Prognosefähigkeit von meinem Messinstrument.
00:51:11: Kannst du da ein Beispiel nennen?
00:51:13: Also wenn wir jetzt Tony Schokoloni hätten und ich würde nur fragen, finden Sie die Marke sympathisch?
00:51:19: Ja, ich mache so, will Geld sparen, mache eine Omnibusstudie, nur eine Frage und dann frage ich nur ist die Markel sympathisch?
00:51:25: kommt wahrscheinlich raus?
00:51:26: achtzig Prozent Das ist aber nicht identisch mit denen, die das tatsächlich auch kaufen.
00:51:32: Ist nicht
00:51:32: prädiktiv für das Kaufverhalten.
00:51:34: oder auch so eine Frage würden Sie dieses Produkt kaufen?
00:51:36: Dass es ja so ein Erkenntnis der Verhaltensökonomie-Menschen sind total schlechter drin voraus zu sehen was sie denn tun werden.
00:51:43: Genau!
00:51:44: Das ist dann eher so die Absicht, würden Sie's kaufen?
00:51:47: also entweder die Messinstrumente sind nicht spezifisch darauf ausgerichtet Und da gebe ich so ein bisschen dieser amerikanischen Perspektive schon recht, je mehr du die Leute wirklich Entscheidungen treffen lässt.
00:52:01: Also sie kaufen lässt oder nicht?
00:52:03: Das du besser ist.
00:52:04: Okay also das wäre reale Untersuchung mit Testmärkten etc.. Was würdest du sonst noch, wenn man jetzt keinen Testmarkt machen kann?
00:52:12: was wir sonst noch in der Untersuchungsmethodie guter sagst hat eine hohe Validität.
00:52:19: Also ich würde immer auch quantitative Verfahren mit qualitativen Verfahren kombinieren, also dass man wirklich nicht nur
00:52:26: abfragt
00:52:27: wie die Hochdie Absicht ist sondern wirklich so ein bisschen tiefer ins Einverständnis oder ins Verstehen der Bedürfnisse hineingeht.
00:52:37: Und ich finde auch, aber das ist natürlich auch in der Marktforschung schwierig umzusetzen.
00:52:41: Dass Situationen einfach sehr unterschätzt werden weil wie du schon sagst wenn man immer unter Zeitdruck ist und durch den Supermarkt hetzt da passieren gedanklich von unserer Aufmerksamkeit ja ganz andere Prozesse Als wenn ich in einem Teststudio sitze und ein Fragebogen oder auch ein qualitatives Interview mitmache, weil ich dann nachdenke.
00:53:02: Ich bin entspannt.
00:53:04: Da finden ganz andere Bewertungsprozesse statt.
00:53:07: also eigentlich müsste man da auch je näher man an der eigentlichen Entscheidungssituation dran ist in der Forschung.
00:53:14: Umso höher ist auch da die Übereinstimmung.
00:53:17: und bei preis zum Beispiel hat man schon recht deutlich gesehen Wenn nicht die Leute nur fragen würde was würden sie denn dafür bezahlen?
00:53:25: kommt was ganz anderes raus, als wenn man wirklich sagt du bekommst hier für die Studienteilnahme keine ich sag mal zwanzig Euro so sondern sie bekommen das in Form von bestimmten Produkten.
00:53:36: Die können Sie kaufen!
00:53:37: Wenn Sie sich dann für die Produkte entscheiden... dann weiß ich wirklich, da hab' ich was Gutes am Start.
00:53:44: Ja genau,
00:53:44: das war ja genau in diese Richtung, das Verhalten.
00:53:48: Aber da muss ich mal... Da bist du ein guter Adressat für die Frage, weil was du gerade gesagt hast ist die Kontextfaktoren deutlich, dass sie deutlich unterschätzt wurden.
00:53:57: und über sehr langen Zeitraum wurden auch Personas gebildet, auch Sinus-Milieus, die sich definieren aus soziokonomischen Faktoren
00:54:06: etc.,
00:54:09: die davon ausgehen, dass diese Person, die dann diesem Milieur oder dieser Person zugeordnet wird.
00:54:14: Dann immer gleich entscheiden wird.
00:54:16: und genau das ist es ja eben nicht, dass die gleichen Personen in zwei unterschiedlichen Kontexten wie blickst du da drauf?
00:54:21: Wie blickste auf Sinus-Miliös so aus dieser Perspektive jetzt?
00:54:26: Ich kann natürlich nichts sagen, dass sich das alles schon total überholt hat!
00:54:30: Also ich finde die Sinus Miliös ...
00:54:34: Was ist gut dran und was ist kritisch dran?
00:54:37: Also, gut daran ist dass sie Werte mit ins Spiel bringen.
00:54:39: Und das auch in einer quantifizierbaren Art und Weise.
00:54:42: Weil die qualitative Forschung kann es immer raus bekommen da gibt's so ein Typus.
00:54:46: aber dann wird man sofort im nächsten Satz gefragt ja wie viel Prozent gehören denn dazu?
00:54:51: jetzt muss ich wirklich für solides Marketing wissen Und da kommt man oft an Grenzen und mit den Sinus-Miljöes kommt man da weiter, weil die ja wirklich das Ganze und wirklich mit Studien regelmäßig immer wieder neu kalibriert sagen kann wie groß dieses Segment insgesamt in der Population ist.
00:55:09: Das ist schon sehr hilfreich.
00:55:12: Gleichzeitig, wie du sagst oder wie wir jetzt gerade schon gemerkt haben sind natürlich diese tuativen Rahmenbedingungen nicht abgebildet und man geht davon aus ein Mensch ist mehr oder weniger immer im Milieu Und da hat man schon lange beobachtet, dass man da ganz fragmentiert unterwegs sein kann.
00:55:30: Je nachdem in welcher Situation ich mich befinde oder auch welche Produktkategorie es geht, kann ich dann mal mehr auf einen bestimmten Wert achten und bei anderen Sachen eben wieder weniger.
00:55:41: Also dieses Mix-und-Mingle das setzt sich irgendwie durch.
00:55:45: Da finde ich aber tatsächlich zum Beispiel was Reingold machen mit ihrem morphologischen Ansätzen die ja eher eine Unterscheidung Verfassung machen, finde ich auch eine ganz hilfreiche Ergänzung.
00:55:57: Also wenn man diese beiden Perspektiven miteinander kombiniert, glaube ich hat man sehr gutes Gesamtverständnis für die Faktoren, die auf Menschen da so einwirken?
00:56:08: Ja das macht Sinn.
00:56:09: und wenn man es dann schaffen könnte diesen Kontext zu vermessen welche Motive sehr wahrscheinlich aktiviert werden durch den Kontext kann man mit den anderen Daten ableiten wie groß theoretisch das Marktpotenzial ist wenn ich weiß, dass bestimmte Sinus-Milieus in der Menge vorhanden sind.
00:56:26: Das sind die Kernmotive, die grundsätzlich ... es gibt ja dann eher so stabile Lebensmotive.
00:56:34: und dann eben die Situation.
00:56:35: Die Situation kriegen wir nicht gefasst.
00:56:37: also wie gestresst ist erjenige?
00:56:39: Wie abgelenkt ist der?
00:56:40: was ist in dem Moment aktiv in seinem Entscheidungsraum?
00:56:44: aber die stabilen zum Beispiel Lebens motive, die könnte man ja mit Kontextforschung übereinander bringen.
00:56:52: Welche Motive werden durch diesen Kontext, wenn ich zum Beispiel über Baufinanzierung nachdenke?
00:56:56: Ja was sind welche Motive?
00:56:58: da haben wir mal übrigens zugeforscht.
00:56:59: ganz interessante Erkenntnis dass man überrascht ist also wenn man nur auf der Basismotivation präventiv oder promotiv nachdenkt.
00:57:08: wie denken denn Leute über Bau finanzieren nach und das waren für den Finanzdienstleister wo man jetzt erwartet hätte Dass die leute hauptsächlich prämentiv darüber nachdenken um auf Nummer sicherzugehen und dass alles unter Kontrolle ist.
00:57:18: und selbst bei Dem sehr konservativ geprägt, bei dieser konservativ geprägten Marke war ein überwiegender Teil fast achtzig Prozent promotiv geprägt.
00:57:29: Selbst wenn sie aus traditionellen Milieus kamen wo man sagt da ist eher Sicherheit und Kontrolle wichtig.
00:57:35: Wenn Sie aber so eine große Entscheidung fällen wie eine Baufinanzierung dann ähm ... Ist da sehr viel Hoffnung auch drin also hinzu zur Lebensverbesserung, zur Erweiterung des Horizons etc.
00:57:49: Ja, also ist bestimmt ne?
00:57:50: Weil das dann so eine sogenannte High-Involvement Entscheidung ist.
00:57:53: Also man da eher noch stärker drin beteiligt ist als wenn es jetzt darum geht, welche Eisorte kaufe ich mir denn jetzt, wenn die Sonne gerade scheint.
00:58:01: Ich weiß nicht ob du die Entscheidetypen von Vucatus auch kennst.
00:58:04: Die haben mal so eine Typologie gemacht, da ging's nämlich auch darum... wenn Menschen Entscheidungen treffen, was für ein Typ sie eigentlich sind.
00:58:12: Dann gibt es zum Beispiel die Optimierer, die dann alles genau wissen wollen und ganz sicher sein wollen.
00:58:16: Und es gibt andere, die eigentlich nur eine Fehlentscheidung vermeiden wollen.
00:58:19: Es gibt wiederum andere, der sich immer weiterentwickeln will ...
00:58:23: Das hat ja mit dem regulatorischen Fokus zu tun.
00:58:26: also wie ich in der Situation entscheide
00:58:29: Ja, aber das ist fast so ein bisschen wie Persönlichkeitsmerkmale würde ich sagen.
00:58:34: Vielleicht schon ein bisschen Situationsübergreifen da, dass man vielleicht wirklich eher jemand ist der immer alles richtig machen möchte und natürlich je mehr Konsequenz, die Kaufentscheidung für mich hat.
00:58:46: Wie eine Versicherung zum Beispiel eben auch oder eine Baufinanzierung oder ein Auto, was ich kaufe oder die Hochschule an dich jetzt mal für ein paar Jahre gehe, desto eher kommt es zum Tragen.
00:58:57: und es gibt aber auch da Leute, die dann nicht auf komplette Absicherungen wollen sondern vielleicht nur effizient erstmal die beste Entscheidung treffen.
00:59:05: und wenn sie dann Stiftung-Warentest sehen ist das schon in Ordnung?
00:59:09: Okay, das ist aber ein sehr wertvoller Tipp den du da gerade gibst.
00:59:13: Das heißt ich muss darauf achten wenn ich mein Produkt kommuniziere oder die Vorteile präsentiere, muss sich auf diesen regulatorischen Fokus auch achten.
00:59:23: Brauche ich... Ist es ein Typ der grundsätzlich sehr viele Details braucht?
00:59:27: Oder ist es einen Typ der die große Story braucht?
00:59:29: Also und wenn ich dem Typen der die grosse Story braucht mit zu viel Details komme dann frustriere ich ihn oder schöpfe ihn sehr schnell und dann entscheidet er sich gar nicht oder gegen uns Und dem anderen genau umgekehrt.
00:59:41: Absolut.
00:59:41: Ja, das ist gut.
00:59:43: Okay, ist nochmal ein
00:59:44: gutes Bild.
00:59:44: Und das Gute an Digitalisierung unter anderem ist ja dass man das viel geschmeidiger auch mit berücksichtigen kann.
00:59:50: also wenn ich weiß welche Typen jetzt gerade zum Beispiel auf meiner Webseite unterwegs sind Das ist ja so eine so ein Szenario durch Tests, Fragen oder auch bisheriges Verhalten ja auch ein Algorithmus entwickeln kann der herausbekommt was für ein Typus bist du am ehesten.
01:00:10: Auf welche bisherigen Angebote hast Du denn wie reagiert?
01:00:13: und dann kann ich ja auch die Darstellung von meinen Angeboten in real time so anpassen dass Du eben entweder das Gefühl hast Du bist super perfekt gut informiert mit vielen Infos oder eben weniger Informationen aber den Relevanten Beide unterschiedlichen Typen durch die individuelle Ausgestaltung von zum Beispiel einer Webseite zur selben Entscheidung kommen, aber aus unterschiedlichen Motivationslagen
01:00:43: heraus.
01:00:44: Ja siehst du mal
01:00:45: wie
01:00:45: praktisch Psychologie ist?
01:00:49: Dann lass uns noch einen Aspekt zum Thema Nachhaltigkeit mal betrachten und zwar nach innen!
01:00:53: Weil wir haben ja bisher nur nach außen so was es kauftreiben.
01:00:56: und wie kann Nachhaltigkeit kauftreibend sein und für wen?
01:01:00: Wie siehst du die Rolle Nachhaltigkeit und Arbeitgebermarke?
01:01:04: Wie siehst du diese Verbindung.
01:01:06: Ja schön, dass du nach innen sagst und damit ja die Leute meinst wie im Unternehmen jetzt schon arbeiten, aber Gebermarkel so am Anfang wurde ja gedacht irgendwie muss ich irgendwie machen um da überhaupt noch neue Fachkräfte oder überhaupt neues Personal von außen zu gewinnen.
01:01:23: Ich finde generell auch, dass gute Markenführung sich dadurch auszeichnet.
01:01:28: Dass man nicht nur an die Konsumentinnen und Konsumenten denkt sondern eben auch die Leute, die dahinter stehen und jeden Tag damit zu tun haben.
01:01:36: Und ich glaube gerade bei der Kampagne zur R&V-Versicherung war das der Fall, Repositionierung damit beschäftigt hat.
01:01:45: Wie werden wir denn überhaupt von unseren eigenen Leuten wahrgenommen?
01:01:49: Und wie weit können wir so ein Brandstretch machen, wo gehen die Leute überhaupt noch mit?
01:01:54: Das ist ja nichts, was man sich am weißen Blatt ausdenkt und einem Unternehmen überstülpt.
01:02:00: Sondern idealerweise ist so eine Positionierung auch von innen heraus zumindest mitgetragen oder auch mit Erwachsen.
01:02:08: Ganz kurz für den Kontext!
01:02:10: Für alle eine Folge mit Anja Stolz und es geht um die Repositionierung mit dem Slogan Du bist nicht allein Ja?
01:02:16: Und was die erste große Markenkampagne war und sehr erfolgreich ausgezeichnet wurde und da gibt's eine Markenkraftfolge zu Genau, das war das nochmal kurz.
01:02:24: Und wie du gerade sagst wirkt eben auch besonders stark nach innen.
01:02:29: also da wurde ja grade Versicherungsbereich wird ja Marke als... wofür brauchen wir denn Marke?
01:02:34: Ja hier der Versicherung vertreter sagt ich bin die Marke!
01:02:39: Genau.
01:02:39: und dieses Genossenschaftliche in den Mittelpunkt zu stellen Aber auch den Leuten, die bei der R&V arbeiten oder auch anderen versichern.
01:02:47: Es muss ja von ihnen getragen werden.
01:02:49: Wenn sie sagen du bist nicht allein heißt es ja auch ich als Mitarbeiter lasst die Leute nicht alleine.
01:02:54: Gehen die da mit?
01:02:55: Finden die das gut?
01:02:56: Sagen Sie dass ist genau das was ich mache.
01:02:58: Das ist Anerkennung.
01:02:59: oder sagen sie oh je darf ich.
01:03:01: da muss ich jetzt immer rund um die Uhr für meine für jeden Dasein der jetzt anruft also ganz wichtiges Thema allgemein Und natürlich für Nachhaltigkeit, weil es halt doch wirklich so ein ethischen Charakter auch hat.
01:03:18: Ich sorg mich nicht nur um mich sondern um andere.
01:03:21: Es geht um Gerechtigkeit, es geht um Verteilungsgerechtigkeit und die Zukunft ist das auch was wo ich immer empfehlen würde auch den Blick nach innen zu wenden.
01:03:31: Auch das ist ein anderes schönes Beispiel in der Richtung, wie lieben Lebensmittel von Edeka hat ja auch sehr stark nach Innen gewirkt weil es einen Selbstverständnis gibt.
01:03:39: also hier arbeiten die die Lebensmittel lieben und dies wurde dann schön erzählt Das gibt ja auch hatten Marken-Affekt nach außen aber vor allen Dingen auch nach Innen und ändert dann das Verhalten der Mitarbeiter Die dann wieder die Quelle der Markenkraft sind Weil sie erzeugen ja dann das Markenerleben
01:03:57: Genau.
01:03:58: Also es soll ja stimmig sein und Marketing soll ja nicht irgendwas behaupten manipulativ, was überhaupt nicht zutrifft sondern soll eine gewisse Auswahl sein und eine wisse Art und Weise etwas in den Fokus zu stellen und eben ein Markenbild fassen.
01:04:16: Dann lass uns jetzt zum Abschluss nochmal richtig konkret werden.
01:04:19: Und zwar ne markenverantwortliche sitzt morgens im Büro und fragt sich Soll ich eigentlich das Thema Nachhaltigkeit für meine Marke stärker spielen oder nicht?
01:04:30: Oder lieber die Finger davon lassen.
01:04:31: Was würdest du ihr raten, gedanklich also jetzt so zu als mentales Modell welche Fragen soll sie sich als erstes stellen?
01:04:38: wenn Sie die Frage gestellt hat was sollte sie danach tun um die Antwort die sie generiert zu überprüfen Hypothesen zu bilden und wie kann man es ganze dann Evidenz basiert im optimalen Fall noch validieren dass sie dann zum Vorstand gehen kann und sagen Hört mal, wir haben hier Potenzial was auf der Straße liegen lassen.
01:04:58: Weil wir das Thema Nachhaltigkeit entweder nach innen oder nach außen zu wenig spielen.
01:05:02: und was heißt das für uns etc.
01:05:04: Das ist eine große Aufgabe, ne?
01:05:06: Aber...
01:05:06: Das große Finale!
01:05:07: Ja
01:05:07: genau, aber ich weiß es kann man nicht... Kannst
01:05:10: du noch einmal eine Frage nach
01:05:12: der anderen?
01:05:13: Genau, also erst mal.
01:05:15: Ich wollte es komplett erzählen weil das ist sozusagen der Kontext.
01:05:18: Ich spüre irgendwie, da steckt was drin in Sachen Nachhaltigkeit.
01:05:22: Aber um das zu überprüfen, welche Fragen soll ich mir stellen?
01:05:26: Um zu validieren ob Nachhaltigkeit für meine Marke überhaupt ein relevantes Thema ist.
01:05:30: Ob ich es stärker oder schwächer spielen sollte fangen wir damit erst mal an.
01:05:34: Genau.
01:05:34: also erste Frage wäre irgendwie stimmt mein Gefühl würde ich erstmal sagen Also da überhaupt evidenzbasiert zu arbeiten und nicht zu denken ich habe jetzt eine Idee Und dann mache ich das jetzt einfach Mal.
01:05:46: Und da kann man sich natürlich schon Studien angucken.
01:05:49: Das gibt ja auch.
01:05:49: von Unternehmensberatungen wie Boston Consulting Group oder Mackinsey, gibt es immer wieder Umfragen die schon eine relativ gute Potenzialeinschätzung geben können.
01:06:00: Ich würde darauf gucken, wie sieht's in meiner Kategorie aus?
01:06:03: Weil Marken im Wettbewerber-Umfeld sind und wenn dann schon sehr viele Marken Primär, du hattest vorhin den Markenkern angedeutet auf Nachhaltigkeit positioniert sind.
01:06:16: Die sehr stark sind und ich nicht was Innovatives einbringen könnte sondern so Mitu wäre, wär das eine andere Position als wenn ich wirklich auch etwas am Start hätte auch von meinem Produkten- und Dienstleistung her mit denen ich wirklich einen Unterschied machen kann.
01:06:33: also das wäre für mich schon mal die erste Frage einer Analyse vom Wettbewerber umfällt.
01:06:38: Aber was passiert?
01:06:39: Wenn zum Beispiel eine Weile Finanzdienstleister waren da so ein Beispiel, plötzlich alle auf Nachhaltigkeit setzen in ihrer Kommunikation.
01:06:46: Und da gibt's einen Originalplayer sowie die GLS-Bank, ja?
01:06:50: Die Madamender wie Patagonia der Finanzdiensteleistung ist aber auch nur ein ganz kleiner Player.
01:06:57: Aber plötzlich fangen alle anderen an jetzt nachhaltig zu spielen.
01:07:02: Ist das dann ein Indikator aus deiner Sicht dass ich es auch tun sollte oder ...
01:07:08: Also erst mal ein Indikator, dass man vielleicht ein bisschen spät dran ist.
01:07:11: Das muss leider so sagen... Und dann aber zu gucken, was kann ich denn jetzt machen?
01:07:16: Habe ich wirklich etwas, wodurch es unterschiedlich ist.
01:07:19: Es gibt auch so unterschiedliche Markentypen.
01:07:21: bei der Gedankenfabrik arbeiten wir damit dass es eben sehr starke Marken gibt.
01:07:26: Dann gibt's die Follower können tatsächlich schon ein bisschen an der Reputation der Kratzen wenn natürlich in der ganzen Produktkategorie eher ein bisschen schwierig gewesen ist weil die ersten Skandale mit Greenwashing da waren.
01:07:39: Die dann ja schnell kamen im Finanzdienstleistungsbereich genau.
01:07:42: Aber da gibt es dann auch wieder eine Entwicklung zu sagen.
01:07:45: Es gibt auch Magen, die wieder eine Love Brands, nennt man die ja, die so das Emotional in den Vordergrund stellen.
01:07:52: Vielleicht ist deswegen die R&V-Kampagne ehrlich gesagt auch so erfolgreich weil sie wieder ja auch den Mensch im Verbinden Mittelpunkt bringt.
01:07:59: also wir helfen füreinander Wir sind eine Genossenschaft und wir sind füreinander dar.
01:08:04: und dass bei sowas Sonst Technischen, wo es viel um Tarife und so Sachen geht.
01:08:09: Sondern es geht doch eigentlich um Sicherheit.
01:08:10: Genau!
01:08:11: Und da beantwortest du eine andere Frage auch die erstmal zu entscheiden welche Form der Nachhaltigkeit ist für unsere Marke interessant?
01:08:17: Da geht's um die soziale Nachhaltigkeit also Teil einer starken Gemeinschaft zu sein und das morgen auch noch.
01:08:24: Du bist nicht allein und gerade dann wurde es ja so gespielt in Zeiten der Veränderung Also wo die Leute so Angst haben.
01:08:30: Und da ist das Angebot der Nachhaltigen, also der sozialen Nachhaltigkeit ja auch attraktiv?
01:08:36: Weil dann bin ich ja Teil von dieser starken Gemeinschaft wie cool ist.
01:08:39: Genau
01:08:39: und das ist vielleicht schon eine Antwort auf eine der anderen Fragen, die du gestellt hast, dass sich eben nicht... Ich glaube die Zeiten, wo man so oberflächlich sagen kann und wir sind jetzt nachhaltig, die sind inzwischen schon vorbei.
01:08:53: bei Konsumenten-Konsumern Lernen ja auch, Educated Decision Maker.
01:08:57: Die haben schon viel Erfahrung mit dem Thema Nachhaltigkeit gemacht und auch die sechzig Prozent, die offen dafür sind wissen ja schon was drüber aber jetzt zu übersetzen.
01:09:08: Was heißt das denn konkret?
01:09:11: Welche Art der Nachhaltigkeit und welche?
01:09:14: auf welche Art und Weise kann ich das machen?
01:09:16: um nochmal zum Kuschelbeispiel zurückzukommen einfach zu sagen wir sind die weichsten tollsten Handtücher in die du dich einhöhlen kannst Und das machen wir durch unsere natürlichen recycelten Fasern.
01:09:28: Das ist ja was sehr spezifisches.
01:09:31: und diesen Übersetzungsprozess, welche Form der Nachhaltigkeit führt in der Kette zu welchem funktionalen sozialen symbolischen Benefit?
01:09:40: Und wo spüren dass die Konsumentinnen und Konsumenten das zu einer spannenden Geschichte zu machen?
01:09:47: Ich glaube dafür sind die Zeiten immer noch sehr gut.
01:09:51: DM ist für mich zum Beispiel auch ein Beispiel, wo ja der Markenkern auch etwas mit Nachhaltigkeit zu tun hat.
01:09:57: Erst mal waren sie in eine Bühne für nachhaltige Produkte von einer der ersten die Allnatura weiter also distribuiert haben.
01:10:03: aber dann auch hier bin ich Mensch hier kaufe ich ein.
01:10:05: da sind wir bei dem Thema soziale Nachhaltigkeits, also der Umgang mit den Mitarbeitern war ein wichtiger Faktor.
01:10:12: Götz Werner hat seine Mitarbeiter dann auf die Improvisationstheater Workshops geschickt weil sie gesagt haben Einzelhandel ist ne Bühnen.
01:10:18: dann dieses Thema wirtschaftliche Nachhaltigkeit, der ... der Dauertiefpreis.
01:10:24: Wir wollen unsere Kunden entspannen, ja?
01:10:27: Also die sollen sich nicht an irgendwelchen Aktionszeiträumen orientieren müssen, sondern die müssen immer wissen, wenn sie bei uns reinkommen kriegen sollten den guten Preis.
01:10:35: und da haben Sie eigentlich alle drei Arten von Nachhaltigkeits in der Marke etabliert.
01:10:41: und wenn man die wirtschaftlichen Erfolg jetzt mal schaut, dann, wenn dann jemand sagt nachhaltigkeit hat keine Relevanz für die Markenführung, dann wäre das ein gutes Gegenbeispiel.
01:10:52: Ja und um auch noch was dazu zu ergänzen, da hängt es ja auch noch davon ab, wer meine Zielgruppen sind.
01:10:58: also man sieht ja auch in vielen Studien dass jüngere Zielgruppe wirklich nochmal einen größeren Wert drauf legen als vielleicht andere Zielgruppes.
01:11:08: Auch da muss man natürlich sagen, naja ob die dann wirklich zu diesen Kaufentscheidungen greifen und das wirklich dann auch investieren ist eine andere Frage.
01:11:18: Aber da ist ja auch noch mal relativ viel Potenzial da.
01:11:21: und was ich super interessant fand war, dass ein ehemaliger Kollege von mir Professor Götzwalter, der an der Hochschule in Ravensburg ist eine Studie gemacht hat und herausgefunden hat, dass Nachhaltigkeit schon zu so einer Art Qualitätskriterium geworden ist für jüngere Zielgruppen.
01:11:39: Also die sagen gar nicht ... Ja, das ist nachhaltig!
01:11:44: Und ich kauf dann in verschiedenen Kategorien auch gehabt also Kaffee, Schokolade, Orangensaft, Hackfleisch, alles Lebensmittel.
01:11:53: Und da war gar nicht so, wo kommen die Tiere jetzt her?
01:11:55: Wie groß ist der Stall und Tierwohl.
01:11:57: Aber es ist so eine Bio-Qualität.
01:11:59: also das als Qualitätsmerkmal zu spielen.
01:12:03: Ist natürlich auch schon mal ein ganz guter Ansatz.
01:12:05: Also da würde ich mir auch die Frage stellen in welche Zielgruppen will Ich mich denn hinein entwickeln?
01:12:11: Und wenn ich neue Zielgruppen und explizit Jüngere gewinnen will, ist es was anderes als wenn ich sage.
01:12:16: Ich möchte mich mit dem Markt halt anpassen ja so reassurance-mäßig um meine Zielgruppe erst mal zu halten meistens für mein Marketing Herr Beides.
01:12:24: Ja das ist das sowieso.
01:12:26: aber wir wissen ja dass Markenwachstum aus den sozusagen Leid und Superleid Bayern besteht.
01:12:31: Das heißt einfach Erweiterung der Zielgruppem ist immer ein ganz wichtiger gute Formel für Markenwachstum.
01:12:37: Aber das ist ein sehr guter Punkt den du da gerade machst.
01:12:39: also auch im Kosmetikbereich sieht man das ja auch stark, dass das junge Kosmetik marken.
01:12:43: Wenn die nicht nachhaltig produzieren dann ist es ein Ausschlusskriterium glaube ich für viele junge Menschen im Bereich Dekoraktive-Kosmetik und da geht's nur um Tierversuche etc.
01:12:56: Gut also da haben wir diese zwei Filter erst mal entscheiden welche Form von Nachhaltigkeit und auch welche Zielgruppe wir eigentlich gerade avisieren.
01:13:07: muss ich mir überlegen, was kann ich da denn tatsächlich wirklich auch bieten?
01:13:11: Also welche Dinge die unsere Produkt- oder Entdienstleistungen schon haben.
01:13:17: Oder die ich erreichen könnte und das dann auch zum Ziel, zum Inhalt meiner Strategie mache könnten denn einen spürbaren realisierbaren wünschenswerten Benefit erbringen.
01:13:33: Die Manifestation wo es tangibel wird.
01:13:35: Und dann auch noch eine Frage, wie kommuniziert man es?
01:13:38: Hast du da vielleicht noch aus deiner Beobachtung ein Beispiel von einer Firma die das besonders gut gemacht hat.
01:13:43: Die einen so einen konkreten Benefit hatte und den aber auch gut erzählt hat weil das ja die Hälfte der Miete dann auch wir müssen in die Köpfe rein.
01:13:53: Ich finde, VD macht das wirklich schon auch gut.
01:13:56: Die das wirklich auf eine Art und Weise kommunizieren mal ein bisschen direkter und auch recht technologisch teilweise aber einfach mit so einer Lebenswelt weil du schon gesagt hast wenn ich sehr naturverbunden bin möchte die Natur ja auch weiter erhalten und sie auch später selber genießen um das darüber indirekt zu machen.
01:14:15: und darf ich dass Sie einfach auch sehr konsequent sind?
01:14:19: Die hatten mal ne sehr mutige Kampagne Da sind sie wirklich fast politisch geworden.
01:14:24: Also da hatte man dann eben auch Schilder, wo man immer gesehen hat einerseits für Umweltschutz, für Gerechtigkeit gegen Krieg und das war auch eine Markenkampagne sozusagen die dann quasi unterm Strich heißen sollte es gibt so viele Botschaften und Themen mit denen wir uns beschäftigen müssen und Wir sind auch mit dabei.
01:14:47: aber bei uns kriegt ja quasi alles zusammen in dem Park, weil wir uns eben für diese unterschiedlichen Sachen auch einsetzen.
01:14:55: Weniger gedönt sondern mehr machen einfach mal machen so ein bisschen in die Richtung lief das.
01:15:00: Das fand ich zum damaligen Zeitpunkt eine sehr gute und auch mutige Kampagne, weil es kaum Marken gibt, die sich dann wirklich auch schon in so politisch-aktivistische
01:15:11: Kommunikationsnarratives.
01:15:14: Ist ja auch mit großen Gefahren verbunden, ne?
01:15:17: Wenn man mal sieht erleben was verbindet mit der Telekom.
01:15:20: und wer?
01:15:21: als dann in Amerika plötzlich als erster mit zu den Sponsoren von dem goldenen Ballsaal werden und ihre Diversity-Richtlinien kappen da steht man dann ein bisschen blöd dar.
01:15:31: wenn man vorher gegen Hass im Netz sich stark und sehr glaubwürdig in Deutschland war eine tolle Kampagne positioniert hat aber dann sozusagen die die Treiber des Hasses im Netz dann auch noch wirtschaftlich unterstützt, da kommt man schon ans Grübeln.
01:15:47: Aber das ist wahrscheinlich auch so ein bisschen nördig, dass nehmen wir dann wahr.
01:15:51: und dann ist die Frage wie viel insgesamt dabei ankommt?
01:15:54: Das ist richtig genau.
01:15:56: Also Nachhaltigkeit ist schon Thema wo man sagen muss, da wird ein höher hoher Maßstab auch als Unternehmen gelegt.
01:16:02: zum Thema Glaubwürdigkeit kommen.
01:16:04: Ist da mal irgendwas was nicht so ganz richtig ist.
01:16:06: aber ich glaube auch So insgesamt, wenn wir über darüber reden, dass wir noch die sechzig Prozent Potenzial heben wollen.
01:16:15: Kommt das nicht bei jedem so dezidiert an?
01:16:17: Weil die leider nicht alle so ein Podcast hören
01:16:20: auch.
01:16:20: Genau!
01:16:20: Das arbeiten wir ja dran.
01:16:22: Gibt es noch etwas zu dem Thema Nachrichtigkeit?
01:16:24: was wurde?
01:16:24: sassas brennt ihr?
01:16:25: D.h.,
01:16:25: das habe ich nicht gefragt.
01:16:27: Das ist ein Aspekt der zu kurz gekommen ist weil sonst...
01:16:30: Ja also vielleicht sollte die Frage warum sollen wir's überhaupt noch machen.
01:16:33: Ja gute Fragen, genau soll man das noch machen sagen sie mal
01:16:37: und da sage ich einfach nur weil die Probleme nicht von alleine weggehen.
01:16:41: Also es wird sich leider nicht in Luft auflösen, selbst wenn wir jetzt sagen erstmal Wirtschaft und Inflationen und KI das beschäftigt uns mehr und dann rückt irgendwie so in der Awareness insgesamt sowas wie Umweltschutz und Klima ein bisschen im Hintergrund.
01:17:01: ja auch wenn's vielleicht ermüdend ist aber die Themen also Es geht nicht von alleine weg.
01:17:08: Das möchte ich noch verstärken und zwar unter anderem, weil man sich mal bewusst machen muss wie viel wirtschaftliche Risiken in der ökologischen sozusagen Entwicklung aktuell da sind.
01:17:20: das sind wahrscheinlich die größten wirtschaftlichen Risiken die wir haben Weil dadurch eben ja Rohstoffe werden immer teurer alles wird schwieriger es gibt große migrationsbewegungen.
01:17:31: das heißt absolut aus der perspektive als gesellschaft dürfen wir davon nicht loslassen.
01:17:36: Aber dann auch was ganz Egoistisches für Markenverantwortliche.
01:17:40: Einer der Marken, die am längsten sich in Deutschland für Nachhaltigkeit eingesetzt haben und dafür auch belächelt wurden unter dem Motto saufen!
01:17:49: Für den Regenwald oder was?
01:17:53: Krombacher ist in einem schrumpfenden Markt eine der am stärksten... äh sozusagen stabilbleibenden Marken.
01:18:00: Also sie, auch die wachsen im nicht-alkoholischen Bereich sehr stark.
01:18:03: aber ihr hier Urprodukt des Krombacher Bier ist nach wie vor auf einem spitzen Niveau.
01:18:09: ich war kürzlich nochmal da in der Krombacker Erlebniswelt und das ist irre wie groß der Marktanteil ist und wie alle anderen Warsteiner Bitburger alle eigentlich Stück für Stück abgestürzt sind.
01:18:20: Und Krombach hat mit der Perle der Natur Schlüsselbild des Sees, aber dann auch mit Manifestationen eben wie es aufhört für den Regenwald.
01:18:29: Das heißt für jede Kiste von Komparer das war der Start der großen Markenkampagnen haben sie sehr großen wirtschaftlichen Erfolg und das geht natürlich nicht ohne ein Bier was auch gut schmeckt.
01:18:40: Aber diese Kombination haben wir glaube ich ganz gut rausgearbeitet.
01:18:43: Das heisst also die Grundnutzen der Kategorie muss bedient werden Und dann kann aber Nachhaltigkeit auch als Kommunikationsthema extrem treibend sein und großen wirtschaftlichen Erfolg.
01:18:56: Und ich
01:18:56: finde,
01:18:57: Narrative zu entwickeln mit Relevanz ist auch etwas was sehr kreativ ist und sehr viel Spaß machen kann.
01:19:02: Also ich glaube manche denken dann auch nachhaltigkeit ist irgendwie so
01:19:05: ein pifisches
01:19:06: Thema und da sitzen nur blutleere Menschen da.
01:19:09: also ich find Marketing is kreative und bei so kniffligen Herausforderungen da kann man doch dann so höchst vorm Auflaufen Kann man noch narrative Stricken und entwickeln mit viel Sachen, die einfach toll sind.
01:19:23: Und es kann auch sehr viel Spaß machen.
01:19:25: Da legst du mir den Ball auf den Elfmeterpunkt für meine Abschlussfrage.
01:19:28: Nämlich wenn Du allen Markenverantwortlichen da draußen einen Impuls mitgeben könntest auf dem Bildschirm, auf dem Smartphone, auf einem Laptop morgens was in diese Richtung geht ein motivierenden Spruch oder irgendeine Aussage?
01:19:41: Was würde da stehen?
01:19:44: Ich glaube, ich bin jetzt ... Ich hab da nicht drüber nachgedacht, obwohl ich weiß, dass so was kommt.
01:19:48: Aber ich bin, glaub ich, ein bisschen inspiriert von deinem Smiley dahinten und vielleicht auch der Geschichte, das ja heute oder gerade wieder Menschen um den Mond herumfliegen und dann immer so begeistert sind die Erde zu sehen?
01:20:04: Lustigen Smiley machen, dass man wirklich auch das Big Picture irgendwie hat und was Schönes wo einem das Herz aufgeht.
01:20:13: Was dann vielleicht auch so aus dem Alltag ein bisschen heraussticht oder etwas anderes, was einem aber auch eine gute Stimmung mitgibt, dass es nicht so ne Katastrophen-Fantasie ist sondern einem auch einfach gute Laune macht.
01:20:25: Super!
01:20:25: Wir haben eine wunderschöne blaue Momel.
01:20:28: Ich hätte noch einen Text dazu Eiger wir haben nur eine Stimmt.
01:20:35: Ute, vielen Dank für dieses Gespräch.
01:20:38: Danke schön!
01:20:39: Das war wirklich sehr schön und hat das Thema glaube ich auch sehr noch mal lebendig gemacht.
01:20:45: und was wir gelernt haben ist also nicht nachhaltigkeit.
01:20:47: abgemeldet ist nicht die Frage sondern Was ist die richtige Rolle der Nachhaltigkeit für unsere Marke?
01:20:52: Weil wir kommen nicht drumherum.
01:20:54: Aber was wir auch rausgearbeitet haben, ist Nachhaltigkeit macht pauschal nicht die Marke stärker.
01:20:58: aber wer die richtigen Fragen stellt dann für die richtige Zielgruppen die richtige Codes nach innen und nach außen findet Dann kann das ein echter Hebel werden also für glaubwürdige Kommunikation Für dieses entscheidende Quentchen im Wettbewerb Und nichts unterschätzen Auch für gute Mitarbeiter Die mit Herz- und Herzblut dabei sind.
01:21:15: Also Nichts nicht als Aufkleber Sondern Als strategische Entscheidung und gelebte Kultur.
01:21:21: Genau so besser hätte ich es nicht zusammenfassen können.
01:21:24: Das freu ich mich.
01:21:24: Das war ein tolles Gespräch!
01:21:26: Vielen Dank für deinen
01:21:27: inspirierenden
01:21:28: Blick auf dieses wichtige Thema.
01:21:30: Danke schön, absolut danke für die Einladung.
01:21:32: nochmal
01:21:35: und das war's für heute vielen dank dass ihr dabei wart.
01:21:38: wir hoffen es hat euch genauso viel Freude gemacht wie uns.
01:21:41: wenn ja empfehlt markenkraft euren freunden eurem bekannten neuen kollegen und hinterlassen eine bewährte.
01:21:47: es hilft enorm dass andere diesen podcast auch entdecken.
01:21:52: Macht's gut, für euch selber und die Menschen in eurem Leben.
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